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OLDIES: ROCK, BEAT, SOUL und BLUES

Die hier aufgeführte Songliste ist natürlich nicht vollständig! Bei Interesse übersenden wir Ihnen gerne die komplette Songliste.

Nowhere Man - The Beatles
erstellt von Wikipedia
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The Beatles
waren eine englische Rockband aus Liverpool. Die Gruppe gilt mit ca. 1,3 Milliarden verkauften Tonträgern als die erfolgreichste und einflussreichste Band des 20. Jahrhunderts. Ihre aktive Zeit waren die 1960er Jahre; 1970 trennte sich die Band. Die Beatles entwickelten sich aus den Vorläufergruppen The Quarry Men (1957), Johnny And The Moondogs (1959) und The Silver Beatles (1960). Unter dem Namen „Beat Brothers“ – vorgeschlagen vom Produzenten Bert Kaempfert – machten sie als Begleitband von Tony Sheridan im Jahr 1961 in Hamburg ihre ersten Plattenaufnahmen. Ihre Karriere begann 1962 mit der Veröffentlichung ihrer ersten Single Love Me Do und dauerte bis zum 10. April 1970, als Paul McCartney in einer Pressemitteilung die Trennung offiziell bekannt gab.

Die vier Mitglieder der Gruppe – oft als „Fab Four“ oder (wegen ihrer Frisuren in den Anfangsjahren) scherzhaft als „Pilzköpfe“ bezeichnet – waren:

John Lennon
(* 9. Oktober 1940 in Liverpool; † 8. Dezember 1980 (ermordet) in New York, USA)
Paul McCartney
(* 18. Juni 1942 in Liverpool)
George Harrison
(* 25. Februar 1943 in Liverpool; † 29. November 2001 in Los Angeles, USA)
Ringo Starr
(* 7. Juli 1940 in Liverpool)

Zeitweilig wirkten in der Gruppe mit:

Stuart Sutcliffe
(* 23. Juni 1940 in Edinburgh; † 10. April 1962 in Hamburg, Bass bis 1960)
Pete Best
(* 24. November 1941 in Madras, Schlagzeug bis 1962)

Die Gruppe
Maßgeblich für den Erfolg der Beatles war ihre Musik – und John Lennon und Paul McCartney waren die musikalischen Köpfe der Beatles. Sie komponierten und sangen die meisten Lieder der Band, darunter zahlreiche Hits wie She Loves You, I Want To Hold Your Hand, Help!, Yesterday, Hey Jude oder Let It Be. Unter dem Copyright „Lennon-McCartney“ erreichten alleine in den USA neunzehn Titel den ersten Platz der Hitparade. Auf den Alben der Beatles finden sich mehr als 150 Kompositionen der beiden.

„(…) it was above all the compositions of Lennon and McCartney that made the Beatles the outstanding phenomenon of their time.“
„Vor allem anderen waren es die Lennon-McCartney-Kompositionen, die die Beatles zur herausragenden Erscheinung ihrer Zeit machten.“

– Mark Hertsgaard: A Day In The Life, 1995

Doch obwohl die Einflüsse auf die Beatles-Musik von Paul McCartney und John Lennon von außen betrachtet hervorragend waren, so ist die Bedeutung von George Harrison und Ringo Starr nicht zu unterschätzen. George Harrison war der beste Gitarrist der Gruppe und viele Stücke der Beatles leben nicht zuletzt vom guten Spiel des eher ruhigen Leadgitarristen. Mit seiner recht hohen Stimme komplettierte er die Chorpassagen. Zudem betätigte er sich auch als Komponist. Dabei stand er angesichts der musikalischen „Übermacht“ von Lennon/McCartney im Schatten dieses Komponisten-Duos. Dennoch entwickelte Harrison – vor allem in der Spätzeit der Beatles – beachtliche kompositorische Fähigkeiten. Mit Liedern wie While My Guitar Gently Weeps, Here Comes The Sun und Something fand er weltweite Anerkennung als Komponist. Harrison war es, der das indisch-mystische Element in die Musik der Beatles einbrachte.

Ringo Starr sorgte mit seinem präzisen Schlagzeugspiel für die solide musikalische Basis.

„Ringo has a tremendous feel for a song and he always helped us hit the right tempo the first time. He was rock solid. This made the recording of all the Beatles’ songs so much easier.“
„Ringo kann sich hervorragend in einen Song einfühlen, und er half uns immer, auf Anhieb das passende Tempo zu finden. Er war unerschütterlich. Das machte die Aufnahme aller Beatles-Songs wesentlich einfacher.“

– George Martin in Mark Lewisohn: The Beatles Recording Sessions, 1988

Dabei zeigte er sich als ebenso wandlungsfähig wie seine Mitspieler und war über die Jahre hinweg stets in der Lage, den neuen Klängen zu folgen.

„Lennon got into abstract lyrics and his acid rock guitar style, McCartney expanded and refined his pop-writing craft, and Harrison got very involved in authentic Indian music and Indian instruments. Ringo, meanwhile, had the challenge of adapting to everyone's style. He always played what was called for. If he had been a rigid drummer, set in his ways, The Beatles would have been in trouble. He played the songwriter's version of the song, not his, like an egoless drummer.“

– Kenny Aronoff: Modern Drummer (Fachzeitschrift), 1987

Ringo Starr schrieb allein zwei Lieder: Octopus’s Garden und Don't Pass Me By. Er war es auch, der Yellow Submarine und With a Little Help from My Friends sang, weltweit bekannte Lieder der Beatles.

Die Wirkung der Beatles ist nicht nur durch die Qualität der Lieder oder durch die Leistungen einzelner zu erklären, sondern konnte nur durch das Zusammenspiel von vier hochbegabten Musikern geschehen, die auch für ihren anarchischen Humor und ihre sympathische Ausstrahlung berühmt geworden sind. Oder um es mit den Worten ihres Produzenten zu sagen:

„It is absolutely true that the sum of the four of them was much, much greater than the sum of the individual parts.“
„Auf jeden Fall war das Werk aller vier zusammen wesentlich bedeutender als die Summe der vier Individuen.“

– George Martin in Mark Hertsgaard: A Day In The Life, 1995

Die Beatles trennten sich offiziell im Jahr 1970; als Gruppe waren sie bereits in den späten 1960er Jahren auseinandergebrochen. Die Gründe waren vielfältig: Es gab Eifersüchteleien, musikalische Differenzen und finanzielle Auseinandersetzungen. Seit Anfang 1969 kursierten Trennungsgerüchte, die durch zahlreiche Prozesse, die die vier Beatles gegeneinander führten, genährt wurden. Dennoch rauften sie sich in der zweiten Jahreshälfte 1969 zusammen und vollendeten ihr letztes gemeinsames Projekt, das Album „Abbey Road“. Es wurde kommerziell und musikalisch ein großer Erfolg. Das Album „Abbey Road“ belegt, dass die Beatles in ihrer Endphase, trotz – oder vielleicht wegen – ihrer tiefgehenden Meinungsverschiedenheiten und der gegeneinander gerichteten gerichtlichen Auseinandersetzungen, eine musikalische Abgeklärtheit, Reife und Professionalität erreicht hatten, die sie von anderen Pop-Musikern ihrer Zeit abhob.

Geschichte

Frühe Jahre (1959–1960)
Die späteren Beatles entwickelten sich Ende der 1950er-Jahre aus einer Reihe von Vorläuferbands um den Liverpooler Schüler John Lennon. Der musikbegeisterte 16-Jährige gründete zu Beginn des Jahres 1957 in Liverpool die Skiffle-Gruppe The Quarry Men, benannt nach seiner „Quarry Bank High School“. Erste Mitglieder dieser Schülerband waren neben Lennon (Gesang/Gitarre) der Gitarrist Eric Griffiths, der Schlagzeuger Colin Hanton, der Banjo-Spieler Rod Davis, der Bassist Len Garry und Pete Shotton am Waschbrett. Die Besetzung der Quarry Men, die bei privaten Feiern und Schulfesten ihre ersten Auftritte absolvierte, wechselte allerdings ständig, was nicht unwesentlich am exzentrisch-launischen Bandleader lag. Zum Repertoire der Gruppe gehörten Stücke damaliger Musik-Größen wie Buddy Holly, Eddie Cochran und Lonnie Donegan.

Der wohl wichtigste Tag der noch jungen Bandgeschichte ist der 6. Juli 1957, als die Quarry Men bei einem Gartenfest der Pfarrgemeinde von Liverpool-Woolton auftreten. Nach dem ersten der zwei Konzerte wird John Lennon von seinem Schulfreund Ivan Vaughan dem 15-jährigen Paul McCartney vorgestellt. Lennon ist beeindruckt, als McCartney textsicher eine Version des Cochran-Songs Twenty Flight Rock zum Besten gibt. Wenige Tage später wird er in die Gruppe aufgenommen. Der erste gemeinsame Auftritt findet am 18. Oktober 1957 in der Liverpooler New Clubmoor Hall statt. Die Aufnahme von Paul McCartney bedeutet für John Lennon einerseits den Verlust seiner unumschränkten Führungsposition, andererseits aber eine künstlerische Konkurrenz auf Augenhöhe und eine gewinnbringende Quelle der Inspiration. Zum Ende des Jahres beginnen Lennon und McCartney mit dem Komponieren eigener Stücke, das erste ist I Lost My Little Girl.

Am 6. Februar 1958 besucht George Harrison, ein 14-jähriger Freund von Paul McCartney, ein Konzert der Quarry Men in der Wilson Hall von Liverpool-Garston. Nachdem er während einer Busfahrt John Lennon den Song Raunchy vorspielt, wird auch er in die Gruppe aufgenommen. Aufgrund seines eher zurückhaltenden Charakters und des leichten Altersunterschiedes bleibt er aber bis auf Weiteres im Schatten von Lennon und McCartney, deren Freundschaft noch enger wird, als Lennons Mutter Julia am 15. Juli bei einem Autounfall ums Leben kommt. McCartneys Mutter war bereits 1956 an Brustkrebs gestorben.

Im August 1958 produzieren The Quarry Men, die inzwischen aus Lennon, McCartney, Harrison, Colin Hanton und dem Klavierspieler John Lowe bestehen, zu privaten Zwecken Probeversionen der Lieder That’ll Be The Day (eine Buddy-Holly-Komposition) und In Spite Of All The Danger (eine McCartney/Harrison-Komposition) in einem Homerecordingstudio in Liverpool. Das einzige auf Platte gepresste Exemplar dieser ersten Aufnahmen der späteren Beatles wurde im Jahr 1981 von Lowe an Paul McCartney verkauft und 1995 im Rahmen der „Anthology“ erstmals veröffentlicht.

Um sich für einen Auftritt im britischen Fernsehen zu qualifizieren, nehmen die Bandmitglieder im Herbst 1959 unter ihrem neuen Namen Johnny And The Moondogs wiederholt an einem Talentwettbewerb des Unternehmers Carroll Lewis teil. Nach drei erfolgreichen Ausscheidungsrunden ist ein Sieg bei der Endrunde in Manchester greifbar nahe, doch findet das Finale ohne die Moondogs statt, da die Gruppe aus finanziellen Gründen den letzten Zug nach Liverpool nehmen muss.

Zu Beginn des Jahres 1960 stößt John Lennons Freund von der Kunstschule, der angehende Maler Stuart Sutcliffe, als Bassist zu den Moondogs. Der musikalisch unbedarfte Sutcliffe hatte sich auf Lennons Anraten hin vom Erlös eines seiner Gemälde eine Bassgitarre gekauft. Kurze Zeit später wird die Gruppe in Anlehnung an die Buddy-Holly-Band The Crickets (Die Grillen) in The Silver Beatles umbenannt, wobei Beatles eine gedankliche Verbindung des Musikstils Beat und dem englischen Wort für „Käfer“, beetles, herstellt. In einem Artikel, den Lennon für das Liverpooler Musikmagazin „Mersey Beat“ verfasste, behauptete er, die Idee sei ihnen durch einen Mann auf einem flambierten Kuchen gekommen, der ihnen in einer Vision erschienen sei.

„Many people ask what are Beatles? Why Beatles? Ugh, Beatles, how did the name arrive? So we will tell you. It came in a vision – a man appeared on a flaming pie and said unto them ‚From this day on you are Beatles with an «A»‘. ‚Thank you, Mister Man‘, they said, thanking him.“
„Viele Leute fragen, was sind ‚Beatles‘? Warum Beatles? Hä? Beatles? Wie seid ihr auf den Namen gekommen? Also werden wir es Ihnen sagen. Der Name entstand in einer Vision – Ein Mann erschien auf einem brennenden Kuchen und sprach zu ihnen: ‚Von diesem Tag an seid ihr Beatles, und zwar mit «A».‘ Vielen Dank, Herr Mann, sagten sie, um ihm zu danken.“

– John Lennon: Mersey Beat, 1961

Im Mai 1960 begleiten die Silver Beatles den Sänger Johnny Gentle auf einer Schottland-Tournee, die durch die Vermittlung des Managers Larry Parnes zustandegekommen war. Doch der erhoffte Durchbruch entwickelt sich zum Fiasko. Während der einwöchigen Reise muss sich die noch unbekannte Gruppe mit spärlichem Publikum, Hunger und Erschöpfung auseinandersetzen. Eines der zum Teil verwahrlosten Hotels muss wegen Geldmangel Hals über Kopf verlassen werden. Zudem wird der damalige Schlagzeuger Tommy Moore bei einem Autounfall verletzt.

Im darauffolgenden August verzichtet die Gruppe auf den Zusatz Silver im Namen und nennt sich fortan The Beatles.

Lehrjahre in Hamburg und Liverpool (1960–1961)
Auf der Suche nach englischen Musikgruppen für seine Hamburger Nachtlokale wendet sich der deutsche Veranstalter Bruno Koschmider im Sommer 1960 an seinen Liverpooler Geschäftspartner Allan Williams. Dieser hat zeitweise das Management der Beatles übernommen und bietet ihnen ein entsprechendes Engagement an. Am 16. August 1960 kommen John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Stuart Sutcliffe, sowie der wenige Tage zuvor rekrutierte Schlagzeuger Pete Best, in Hamburg an.

Vom 18. August 1960 an spielen die Beatles täglich im Indra Club an der berüchtigten Großen Freiheit. Nach und nach passen sich die Gruppenmitglieder dem spannungsgeladenen Umfeld aus Gewalt, Alkohol, Drogen und Sex an. Durch die bis zu neun Stunden dauernden Arbeitstage werden Repertoire, Spontaneität und Selbstbewusstsein vergrößert. Die Aufforderung des Clubbesitzers, eine „Schau“ zu machen, mündet in wüsten Bühnenauftritten, die das Publikum anlocken und die Band zum angesagtesten Geheimtipp der Großen Freiheit machen.

In Hamburg lernen die Beatles die Fotografen Astrid Kirchherr und Jürgen Vollmer sowie den angehenden Künstler Klaus Voormann kennen, die später den Stil und das Auftreten der Gruppe in Bezug auf Kleidung und Frisuren („Pilzkopf“, engl. moptop) entscheidend prägen. Zudem ist Kirchherr, die sich besonders mit dem zurückhaltenden Bassisten Sutcliffe anfreundet, die erste, die die Band im Rahmen professioneller Fotoaufnahmen ablichtet. Der Beatles-Haarschnitt, die sogenannte Pilzkopf-Frisur, wurde von dem deutschen Fotografen Jürgen Vollmer kreiert. Er selbst hatte sich diese Frisur geschnitten, lange bevor ihn Astrid Kirchherr und Klaus Voormann kennenlernten. In der Paul McCartney-Biografie „Many years from now” von Barry Miles wird McCartney wie folgt zitiert:

„…to get back to the haircut. I should know! We saw a guy in Hamburg, whose hair we liked. John and I were hitchhiking to Paris. We asked him to cut our hair like he did his. He was living in Paris. He was sort of an artsy guy, a photographer friend of everyone. His name was Jürgen…”
„…um noch einmal auf den Haarschnitt zurückzukommen. Das sollte ich wissen! Wir haben einen Typen in Hamburg gesehen, dessen Frisur wir mochten. John und ich sind nach Paris getrampt. Wir haben ihn gebeten, uns die Haare genau wie seine zu frisieren. Er lebte in Paris. Er war so eine Art Künstler, ein befreundeter und bei allen beliebter Fotograf, der Jürgen hieß…”
Auch in einem von John Lennon 1967 gegebenem Interview – zitiert in „The Beatles Anthology“ – heißt es:

„Jürgen had a flattened-down hairstyle with a fringe in the front, which we rather took to. We went over to his place and there and then he cut – hacked would be a better word – our hair into the same style.”
„Jürgen hatte nach unten gekämmte Haare mit Pony, was uns ziemlich gut gefiel. Wir sind zu seiner Wohnung und wurden dort von ihm auf die gleiche Art frisiert – wobei das Wort ‚zerschnippelt‘ wohl passender wäre.“
Vollmer erinnerte sich in einem Interview an das Treffen mit Lennon und McCartney im September 1961:

„They glanced at my hair and said ‚Yes, we want that funny haircut too‘.“
„Sie blickten auf meine Frisur und sagten ‚Ja, so einen komischen Haarschnitt möchten wir auch‘.“
Weil der Indra Club wegen Ruhestörung geschlossen werden muss, ziehen die Beatles Anfang Oktober in den Kaiserkeller um. Hier tritt auch die ebenfalls aus Liverpool stammende Gruppe Rory Storm & the Hurricanes mit ihrem Schlagzeuger Ringo Starr auf. Am 15. Oktober 1960 vereinigen sich die beiden Gruppen zu einer privaten Aufnahme des Titels Summertime in einem kleinen Studio an der Kirchenallee. Im Laufe der Jahre gehen allerdings alle neun gepressten Platten dieser ersten gemeinsamen Produktion von Lennon, McCartney, Harrison und Starr verloren.

Ende November müssen die Beatles wegen der Minderjährigkeit von George Harrison (der zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre alt war) und einer angeblichen Brandstiftung durch Paul McCartney und Pete Best das Land verlassen. Nur Stuart Sutcliffe bleibt bei seiner Freundin Astrid Kirchherr in Hamburg, wo er am 10. April 1962 im Alter von nur 21 Jahren an einer Hirnblutung stirbt. In den folgenden zwei Jahren absolvieren die Beatles noch vier weitere Spielzeiten in der Hansestadt, davon eine im Top Ten Club, die restlichen im renommierten Star-Club.

Am 27. Dezember 1960 spielen die Beatles ein Konzert in der Liverpooler Litherland Town Hall, bei dem die Gruppe ihren Status als „beste Band der Stadt“ festigt und erste Anzeichen der aufkommenden Popularität zu spüren bekommt. Bei diesem Auftritt wird Sutcliffe durch den Studenten Chas Newby vertreten. Wenig später übernimmt Paul McCartney endgültig die Rolle des Bassisten, und die Beatles werden zu einer Vier-Mann-Combo.

Die nachhaltige Wirkung ihres Konzertes in der Litherland Town Hall ermöglicht den Beatles Auftritte in zahlreichen Clubs von Liverpool und die damit verbundene Steigerung ihres Bekanntheitsgrades. Am 9. Februar 1961 feiern Lennon, McCartney, Harrison und Best ihr Debüt im Cavern Club, einem rauchig-düsteren Kellerlokal in der Mathew Street, das schnell zum Stammlokal der Gruppe wird und heute durch 292 nachgewiesene Shows einen Kultstatus innehat.

Während ihres zweiten Deutschland-Aufenthaltes begleiten die Beatles im Juni 1961 den britischen Sänger Tony Sheridan bei einigen Aufnahmen für die Plattenfirma Polydor in der Friedrich-Ebert-Halle, darunter die Stücke My Bonnie, Ain’t She Sweet und das Harrison/Lennon-Instrumentalstück Cry For A Shadow. Diese ersten professionellen Sessions der Gruppe (später auf den deutschen Veröffentlichungen als „Beat Brothers“ bezeichnet) werden von dem deutschen Komponisten und Bandleader Bert Kaempfert produziert.

Brian Epstein und George Martin (1961–1962)
Am 28. Oktober 1961 wird Brian Epstein, der Liverpooler Geschäftsführer der Plattenfirma NEMS, von einem Kunden beauftragt, ein Exemplar der in Deutschland erschienenen Tony Sheridan/Beatles-Single My Bonnie zu beschaffen. Nach weiteren Anfragen recherchiert Epstein nach dem Aufenthaltsort der Gruppe. Am 9. November 1961 besucht er mit seinem Assistenten Alistair Taylor ein Beatles-Konzert im Cavern Club. Er ist beeindruckt von der Ausstrahlung der Bandmitglieder und bietet ihnen einige Wochen später an, sie zu managen. Die Übernahme des Managements durch Brian Epstein bedeutet für John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Pete Best, die bisher in Lederkluft und ohne festes Programm aufgetreten waren, weitreichende Stil-Veränderungen. Epstein besteht auf ordentlichen Anzügen, einem festen Bühnenprogramm und angemessenem Verhalten auf der Bühne. Am 9. Dezember 1961 geben die Beatles im Palais Ballroom von Aldershot vor gerade mal achtzehn Zuschauern ihr Südengland-Debüt.

Brian Epstein ermöglicht den Beatles einen Vorspieltermin bei der Plattenfirma Decca in London, wo die Gruppe am 1. Januar 1962 fünfzehn Stücke zum Besten gibt (darunter Money, Till There Was You und Besame Mucho). Schließlich entscheiden sich die Decca-Geschäftsführer Mike Smith und Dick Rowe aber doch für „Brian Poole & The Tremeloes“, da nach ihrer Meinung „Gitarrengruppen aus der Mode kommen“ würden.

Am 7. März 1962 produzieren die Beatles in Manchester zum ersten Mal Stücke für eine Radiosendung der BBC. Drei Monate später, am 6. Juni 1962, steht ein weiterer Vorspieltermin in den Londoner Abbey Road Studios an, bei dem die Gruppe vor den Parlophone-Produzenten George Martin und Ron Richards auftritt. Lennon, McCartney, Harrison und Best spielen Besame Mucho, Love Me Do, P.S. I Love You und Ask Me Why. Nach der Session bietet Martin, der eigentlich nach einem Solokünstler mit Begleitgruppe im Stile von Cliff Richard und The Shadows für sein Label gesucht hatte, den Beatles einen Plattenvertrag an.

Kurz vor den ersten Plattenaufnahmen entlassen die Beatles überraschend den beim Publikum beliebten Schlagzeuger Pete Best und ersetzen ihn durch Ringo Starr, der mit seiner Gruppe Rory Storm & the Hurricanes gerade in Skegness aufgetreten war. Die Gründe für die Trennung von Best wurden nie vollständig geklärt. Der Drummer war wegen mangelnder Kontaktfreudigkeit wohl eher ein Außenseiter innerhalb der Band, zudem hatte sich George Martin nach den ersten Probeaufnahmen ebenfalls für einen Wechsel ausgesprochen. Das erste gemeinsame Konzert von Lennon, McCartney, Harrison und Starr findet am 18. August 1962 in der Hulme Hall von Birkenhead statt.

Am 22. August 1962 werden die Beatles bei einem Auftritt im Cavern Club von einem Granada-TV-Team gefilmt – der erste Fernsehauftritt der Gruppe. Einen Tag später heiratet John Lennon seine langjährige Freundin Cynthia Powell im Mount Pleasent Office von Liverpool. An Silvester spielt die Gruppe ihr letztes Konzert im Star-Club in Hamburg.

Der Durchbruch (1962–1964)
Am 5. Oktober 1962 erscheint mit Love Me Do die erste offizielle Single der Beatles in Großbritannien. Sehr zur Frustration des neuen Bandmitglieds Ringo Starr hatte Produzent George Martin den erfahrenen Sessiondrummer Andy White engagiert, der bei einer Aufnahme den Schlagzeugpart einspielte, letztlich erklärte Martin sich dann aber doch mit Ringo Starr einverstanden.

Love Me Do, eine Eigenkomposition, die John Lennon und Paul McCartney gegen das von Martin favorisierte How Do You Do It durchgesetzt hatten, steigt bis auf Rang 17 der britischen UK Top 40. Die zweite Single Please Please Me wird am 11. Januar 1963 veröffentlicht und schafft es bis auf Rang 2 der UK-Hitlisten.

Die Erfolge ihrer ersten Platten und die daraus resultierenden Radio- und Fernsehauftritte ermöglichen den Beatles zunehmend Gastspiele auch außerhalb des Einzugsgebietes Liverpools. Die neuen Roadmanager Neil Aspinall – ein alter Freund von Pete Best – und Malcolm „Mal“ Evans, der ehemalige Türsteher des Cavern Club, transportieren die Gruppenmitglieder mit ihren Instrumenten in einem gebraucht erstandenen Kleinbus zu ihren Auftrittsorten.

Am 2. Februar 1963 starten die Beatles im Gaumont von Bradford als Vorgruppe der 16-jährigen Sängerin Helen Shapiro ihre erste professionelle Tournee durch Großbritannien. Mit dabei sind auch Dave Allen, Danny Williams und Kenny Lynch. Die zweite Tour zeigt die Band vom 9. März an neben Tommy Roe und Chris Montez. Nach ersten Zuschauerreaktionen werden die Beatles bereits einen Tag später als Hauptgruppe angekündigt. Es folgen hochkarätige Auftritte bei der „Swinging Sound“-Show in der Londoner Royal Albert Hall (18. April 1963) und vor 10.000 Zuschauern im Rahmen des „NME-Poll-Winners’“-Konzerts im Empire Pool von Wembley (21. April 1963).

Das erste offizielle Beatles-Album Please Please Me erscheint am 22. März 1963. Lennon, McCartney, Harrison und Starr hatten die LP am 11. Februar innerhalb von nur zwölf Stunden in den Abbey-Road-Studios aufgenommen und dabei vorwiegend Stücke aus ihrem Live-Repertoire verwendet, darunter I Saw Her Standing There, Do You Want To Know A Secret und Twist And Shout. Please Please Me steigt, wie alle folgenden Beatles-LPs bis 1970 (mit Ausnahme von Yellow Submarine 1969), an die Spitze der britischen Hitlisten.

Am 8. April 1963 wird John Lennons Sohn Julian in Liverpool geboren.

Die dritte Single From Me To You erscheint am 11. April 1963. Die A-Seite wurde von John Lennon und Paul McCartney im Tourbus komponiert. Die Platte erreicht wenig später mit 650.000 verkauften Exemplaren die Spitze der britischen Hitpararade und stellt den Beginn einer eindrucksvollen Erfolgsserie dar: Bis zum Februar 1967 werden die Beatles mit ihren Singles ohne Ausnahme den ersten Platz der britischen Hitlisten erobern.

Das erste Treffen der Beatles mit den noch eher unbekannten Rolling Stones, die kurz vor der Veröffentlichung ihrer ersten Single stehen, findet am 14. April 1963 im Crawdaddy Club des Londoner Station-Hotels statt. Später überlassen John Lennon und Paul McCartney, die sich mit Mick Jagger und Keith Richards angefreundet hatten, der Gruppe ihre Komposition I Wanna Be Your Man. Der Titel erscheint als zweite Single der Rolling Stones und erreicht Platz 12 der britischen Hitparade.

Vom 18. Mai bis zum 9. Juni 1963 absolvieren die Beatles ihre dritte England-Tournee, diesmal an der Seite von Roy Orbison und Gerry & the Pacemakers. Auch Orbison tritt nach der ersten Show zugunsten der Beatles als Headliner zurück. Während der Tour erhält die Gruppe mit „Pop Go To The Beatles“ eine eigene, wöchentlich ausgestrahlte Radiosendung bei der BBC. Im Juli und August folgen fünf je einwöchige Gastspiele in Ferienorten (u. a. in Margate und Bournemouth).

Wegen der Aufnahmesessions in den Abbey-Road-Studios und den zahlreichen Auftritten in Radiosendungen hatten die Beatles bereits zu Beginn des Jahres ihren Lebensmittelpunkt nach London verschoben. Besuche in Liverpool wurden wegen des eng gestrickten Terminplans immer seltener. Am 3. August 1963 spielt die Gruppe vor 274 Zuschauern ihr letztes Konzert im Cavern Club.

Mit dem stetig steigenden Bekanntheitsgrad macht der Gruppe die ekstatische und zunehmend außer Kontrolle geratende Verehrung seitens der weiblichen Fans zu schaffen, die nach der Veröffentlichung der nächsten Single She Loves You am 23. August 1963 ungeahnte Ausmaße erreicht. Öffentliche Auftritte geraten zu Massenveranstaltungen, viele der Konzerttheater können nur noch mit starkem Polizeischutz erreicht und wieder verlassen werden. She Loves You avanciert mit 1,6 Millionen verkauften Exemplaren zur bis dato meistverkauften britischen Single überhaupt.

Der endgültige Durchbruch gelingt den Beatles am 13. Oktober 1963 mit einem Auftritt in der populären ATV-Sendung „Sunday Night At The London Palladium“, der von fünfzehn Millionen Menschen gesehen wird. Hunderte von kreischenden Fans verursachen ein Verkehrschaos vor dem Theater. Nach ausgiebigen Fernseh-, Radio- und Presseberichten wird die Hysterie, genannt „Beatlemania“, zum Selbstläufer.

Ende Oktober 1963 absolvieren die Beatles eine kurze Schweden-Tournee, die Auftritte in Stockholm, Borås und Eskilstuna einschließt, dazu Rundfunk- und Fernsehaufnahmen für die örtliche Presse. Nur einen Tag nach ihrer Rückkehr geht die Gruppe am 1. November 1963 erneut auf Großbritannien-Tournee, diesmal von Anfang an als Hauptgruppe. Die teilweise chaotische Tour wird von starken Polizeikräften begleitet, die den hysterischen Sympathiebekundungen weiblicher Anhänger entgegenwirken sollen. Um den Fans zu entkommen, verkleiden sich die Beatles in Birmingham als Polizisten. In Plymouth gelingt die Flucht durch das Kanalsystem der Stadt, während die Polizei auf den Straßen Wasserwerfer einsetzt.

Am 4. November 1963 spielen die Beatles im Rahmen der alljährlichen „Royal Command Performance“ vor der britischen Königinmutter Elizabeth, Lord Snowdown und Prinzessin Margaret im Londoner Prince of Wales Theatre. Zum Programm gehören auch Auftritte von Marlene Dietrich und Harry Secombe. Das letzte Stück, Twist And Shout, kündigt John Lennon mit den berühmt gewordenen Worten an:

„For our last number I’d like to ask your help: Will the people in the cheaper seats clap your hands? And the rest of you, if you’ll just rattle your jewellery!“
„Für unser letztes Stück bitte ich Sie um Ihre Mithilfe: Könnten die Leute auf den billigen Plätzen mitklatschen? Der Rest von Ihnen klappert einfach mit den Juwelen!“
Lennons Ansage wird als versteckte Kritik am Establishment interpretiert.

Das zweite Beatles-Album With the Beatles erscheint am 22. November 1963. Die LP enthält neben sieben Cover-Versionen (u. a. Roll Over Beethoven von Chuck Berry) die Lennon/McCartney-Stücke All My Loving und I Wanna Be Your Man, sowie die erste George Harrison-Komposition Don't Bother Me. Am 29. November folgt die Single I Want To Hold Your Hand, für die es allein in England eine Million Vorbestellungen gibt.

Vom 24. Dezember 1963 bis zum 11. Januar 1964 treten die Beatles im Rahmen einer eigens einstudierten „Christmas Show“ mit Musik und Sketchen im Londoner Finsbury Park Astoria auf. Mit dabei sind u. a. Cilla Black und Billy J. Kramer & The Dakotas. Anschließend folgt ein dreiwöchiges Gastspiel im Olympia Theater von Paris, dort allerdings nur als Vorgruppe der damals in Frankreich sehr populären Künstler Trini Lopez und Sylvie Vartan. In den örtlichen Pathé-Marconi-Studios nehmen die Beatles die Stücke Can’t Buy Me Love sowie Komm Gib Mir Deine Hand und Sie Liebt Dich auf, welche für eine Veröffentlichung auf dem deutschen Markt gedacht sind.

Amerika und die Welt (1964–1965)
Bereits kurz nach den ersten Erfolgen der Beatles hatte ihr Manager Brian Epstein versucht, die Gruppe auch auf dem US-amerikanischen Markt zu etablieren. Doch die Veröffentlichungen der Singles Please Please Me, From Me To You und She Loves You durch Capitol blieben in den USA weitgehend unbeachtet. Infolgedessen weigerten sich Lennon, McCartney, Harrison und Starr, in den Staaten aufzutreten, bevor dort eine Nummer 1 in der Hitparade verbucht werden konnte. Britische Musiker hatten es in den USA traditionell schwer gehabt. Völlig unerwartet erreicht die Gruppenmitglieder am 17. Januar 1964 in ihrem Pariser Hotelzimmer die Nachricht, dass mit I Want To Hold Your Hand die Eroberung der Spitzenposition in den US-Hitlisten gelungen ist.

Am 7. Februar 1964 landen die Beatles in einem PanAm-Flugzeug auf dem New Yorker John F. Kennedy Airport, wo sie auf dem Rollfeld von 5000 Fans und 200 Journalisten empfangen werden. Im Flughafengebäude findet eine große Pressekonferenz statt, die die Gruppe in ihrer gewohnt flapsig-humorvollen Art und Weise meistert:

Q: „Will you sing something?“ („Singen Sie etwas für uns?“)
Lennon: „No, we need money first.“ („Nein, nicht ohne vorherige Bezahlung.“)
Q: „What is the secret of your success?“ („Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?“)
Starr: „We have a press agent.“ („Wir haben einen Pressesprecher.“)
Q: „What do you think of the campaign in Detroit to stamp out the Beatles?“ („Was meinen Sie zur Kampagne in Detroit, die Beatles auszulöschen?“)
McCartney: „We have a campaign to stamp out Detroit.“ („Wir haben eine Kampagne, um Detroit auszulöschen.“)
Q: „What do you believe is the reason you are the most popular singing group today?“ („Was ist Ihrer Meinung der Grund dafür, dass sie momentan die populärste Musikgruppe sind?“)
Lennon: „We've no idea. If we did we'd get four long-haired boys, put them together, and become their managers.“ („Wir haben keine Ahnung. Wenn wir es wüßten, würden wir vier langhaarige Jungs suchen und sie managen.“)
Q: „What do you do when you're cooped up in a hotel room between shows?“ („Was machen Sie, während sie im Hotelzimmer auf ihre Auftritte warten?“)
Harrison: „We ice-skate.“ („Wir laufen Schlittschuh.“)
Q: „How did you find America?“ ([Hier sind zwei Deutungen möglich, Lennon antwortete absichtlich auf die vom Fragesteller nichtgemeinte Möglichkeit.] „Wie fanden sie Amerika?“ [Der Frager wollte eigentlich wissen: „Wie gefällt ihnen Amerika?“]
Lennon: „We went to Greenland and made a left turn.“ („Wir sind bei Grönland links abgebogen.“)
Am 9. Februar 1964 treten die Beatles mit fünf Stücken (All My Loving; Till There Was You; She Loves You; I Saw Her Standing There; I Want To Hold Your Hand) in der populären „Ed Sullivan Show“ auf. Die Live-Sendung wird von 73,7 Millionen Zuschauern an den Fernsehschirmen verfolgt und führt nachweislich zu einem zehnminütigen Rückgang der landesweiten Kriminalitätsrate. Während der Show verliest der Moderator Ed Sullivan ein Glückwunschtelegramm von Elvis Presley und dessen Manager Tom Parker. Nach Konzerten in Washington und in der New Yorker Carnegie Hall fliegt die Gruppe nach Miami Beach (Florida), wo während eines Kurz-Urlaubs ein Treffen mit dem Boxer Cassius Clay stattfindet. Nach einem weiteren Auftritt in der „Ed Sullivan Show“ am 16. Februar kehren die Beatles am 22. Februar 1964 nach London zurück.

Bis heute unerreicht ist die musikalische Dominanz, mit der die Beatles im März 1964 die Hitlisten beherrschen: In den USA besetzen sie die ersten fünf Plätze der Single-Hitparade (an der Spitze die am 16. März 1964 mit 1,7 Millionen Vorbestellungen veröffentlichte Single Can't Buy Me Love), in Australien sind es sogar die ersten sechs Ränge. Zudem ist die Gruppe mit sieben weiteren Stücken in den US-Top 100.

Wegen des anhaltenden Erfolges wird den Beatles geraten, sich auch im Filmgeschäft zu versuchen. Am 2. März 1964 beginnen auf dem Londoner Paddington-Bahnhof unter der Regie von Richard Lester die Dreharbeiten für die Musikkomödie Yeah Yeah Yeah. Den Titelsong A Hard Day’s Night komponiert John Lennon nach einer von Ringo Starr erfundenen Redewendung: Jener ging nach einem langen Arbeitstag aus dem Aufnahmestudio und wollte sagen „It’s been a hard day“, doch noch während er es sagte, bemerkte er, dass es bereits dunkel war und fügte in seiner typischen Art ein „’s night“ an. Der Schwarzweißfilm feiert am 6. Juli 1964 in London Weltpremiere und wird zu einem Kassenschlager. Am 10. Juli erscheinen das dazugehörige Soundtrack-Album, das erstmals nur Kompositionen von Lennon und McCartney enthält (u. a. I Should Have Known Better, And I Love Her und If I Fell), und die Single A Hard Day’s Night.

John Lennon hatte schon seit seiner Kindheit eigene Gedichte und Kurzgeschichten verfasst. Am 23. März 1964 veröffentlicht er sein erstes Buch In His Own Write (dt.: „In seiner eigenen Schreibe“. Ein Jahr später folgt A Spaniard In The Works (dt.: „Ein Spanier macht noch keinen Sommer“).

Nach einem knapp einmonatigen Urlaub gehen die Beatles ab 4. Juni 1964 erstmals auf Welttournee. Da Ringo Starr an einer schweren Mandelentzündung leidet, wird er bei den Auftritten in Europa und Hongkong durch den Session-Schlagzeuger Jimmy Nicol ersetzt. Erst in Sydney trifft Starr wieder mit der Band zusammen. In Adelaide wird die Gruppe von 300.000 Fans in der Innenstadt empfangen – die größte Menschenmenge, die sich bis dato in Australien versammelt hatte.

Am 10. Juli 1964 kehren die Beatles für die Nordengland-Premiere von Yeah Yeah Yeah nach Liverpool zurück, wo sie von 203.000 Menschen an den Straßen begrüßt werden. Zum Ende des Monats ist die Gruppe erneut in Schweden zu Gast.

Vom 19. August bis 20. September 1964 absolvieren die Beatles ihre erste große US-Tournee, die einem wahren Triumphzug gleicht. Neben Auftritten in San Francisco, Kansas City, Dallas und New Orleans spielt die Gruppe am 23. August in der Hollywood Bowl von Los Angeles. Am 28. August besucht Bob Dylan die Band in ihrer Hotel-Suite in New York und führt sie in den Genuss von Marihuana ein.

Nur drei Wochen nach ihrer Rückkehr starten die Beatles am 9. Oktober 1964 eine weitere, einmonatige Großbritannien-Tournee. Am 23. November wird die Single I Feel Fine veröffentlicht. Das Album Beatles For Sale erscheint am 4. Dezember 1964 und offenbart nach Meinung von Kritikern erste Ermüdungserscheinungen. Nur acht von vierzehn Stücken sind Eigenkompositionen, darunter Eight Days A Week, Baby’s In Black und I’m A Loser. Tatsächlich ließen die vielen Konzerte und anderen Verpflichtungen den vier kaum Zeit neue Songs zu schreiben, was der Grund für die sechs Cover-Versionen auf dem Album war. Das Jahr endet mit der zweiten Auflage der „Beatles Christmas Show“ im Londoner Hammersmith Odeon, die 39 Auftritte in drei Wochen beinhaltet.

Ringo Starr heiratet am 11. Februar 1965 seine Freundin Maureen Cox im Londoner Caxton Hall Register Office. Das Paar hatte sich 1962 im Liverpooler Cavern Club kennengelernt. Am 13. September 1965 wird der erste gemeinsame Sohn Zak geboren.

Am 23. Februar 1965 beginnen auf den Bahamas die Dreharbeiten für den zweiten Beatles-Film Hi-Hi-Hilfe!, diesmal in Farbe. Regisseur ist erneut Richard Lester, zu den Nebendarstellern gehören Victor Spinetti und Eleanor Bron. Weitere Aufnahmen entstehen in Obertauern, London und auf dem Salisbury Plain in der Nähe von Stonehenge. Die eher seichte Slapstick-Komödie feiert am 29. Juli 1965 im Beisein von Prinzessin Margaret in London Weltpremiere. Die Single Help! erscheint am 19. Juli, das gleichnamige Soundtrack-Album Help! (u. a. mit You’ve Got To Hide Your Love Away, Another Girl und You’re Going To Lose That Girl) am 6. August 1965.

Die neunte Beatles-Single Ticket To Ride wird am 6. April 1965 veröffentlicht. Zwei Monate später, am 14. Juni produziert die Gruppe in den Abbey-Road-Studios mit Yesterday eines ihrer bekanntesten Stücke. Paul McCartney hatte die Ballade mit dem Arbeitstitel Scrambled Eggs („Rühreier“) nach einer Melodie geschrieben, die ihm eines Tages beim Aufwachen im Haus seiner Freundin Jane Asher eingefallen war. Obwohl die Beatles das als McCartney-Solo aufgenommene und mit Streichern unterlegte Lied nicht als Single, sondern nur im Rahmen der Help!-LP und auf einer EP veröffentlichen, gehört es heute zu den berühmtesten Pop-Stücken der Musikgeschichte.

Vom 20. Juni bis zum 3. Juli 1965 absolvieren die Beatles eine zweiwöchige Europa-Tournee. Nur einen Monat später geht es erneut in die Vereinigten Staaten. Am 15. August 1965 spielt die Gruppe im ausverkauften New Yorker Shea Stadium vor 55.600 Zuschauern (darunter Mick Jagger, Keith Richards, Barbara Bach und Linda Eastman) den größten Live-Auftritt ihrer Karriere. Es ist das erste Mal, dass eine Popgruppe in einem offenen Stadion auftritt und die bis dahin größte zahlende Zuschauermenge bei einem Konzert. Der Lärmpegel der weiblichen Fans ist während der 30-minütigen Show so hoch, dass weder die Zuschauer noch die Beatles die Musik hören können.

Nachdem sich die Beatles während der Tournee bereits mit Stars wie Bob Dylan, Del Shannon, Joan Baez, Peter Fonda und Peter, Paul and Mary getroffen hatten, findet am 27. August 1965 das langerwartete Treffen mit ihrem Idol Elvis Presley in dessen Haus in Bel Air (Los Angeles) statt. Man unterhält sich und geht schließlich zu einer Jamsession über. Angeblich wird dabei eine Coverversion von You’re My World auf Band mitgeschnitten. Ringo Starr spielt mit Elvis auf dem Rasen vor der Villa Fußball.

Am 12. Juni 1965 gibt das britische Königshaus bekannt, dass die Beatles für ihre Verdienste um das Land von Königin Elizabeth II. mit dem MBE-Orden ausgezeichnet werden. Mehrere honorierte Kriegsveteranen geben daraufhin aus Protest ihre Orden zurück. Die Ehrung findet am 26. Oktober 1965 im Londoner Buckingham Palace statt. 4000 Fans und Journalisten harren vor dem Gebäude aus.

Neue Klänge und das Ende der Tourneen (1965–1967)
Am 3. Dezember 1965 veröffentlichen die Beatles die Doppel-A-Seiten-Single We Can Work It Out & Day Tripper und das Album Rubber Soul. Die Stücke der LP (u. a. Drive My Car, Nowhere Man, Girl und In My Life) lassen erste Anzeichen eines musikalisch-geistigen Reifungsprozesses der Gruppenmitglieder erkennen. Bei Norwegian Wood (This Bird Has Flown) spielt George Harrison auf einer Sitar, einem indischen Instrument, das er während der Dreharbeiten zu Hi-Hi-Hilfe! kennenlernte. Paul McCartney steuert mit Michelle eine bei Kritikern hoch angesehene englisch-französische Ballade bei. Zu einigen der Lieder drehen die Beatles erstmals so genannte „Promofilme“, ein Vorläufer des Video-Clips.

Zur selben Zeit starten die Beatles ihre sechste und letzte Großbritannien-Tournee (u. a. mit „The Moody Blues“ als Vorgruppe). Während dieser Tour bestreiten sie auch den letzten Auftritt in ihrer Heimatstadt Liverpool am 5. Dezember 1965. Viele ihrer Freunde und Verwandten sitzen im Publikum.

Am 21. Januar 1966 heiratet George Harrison in Esher seine Freundin Patti Boyd, die als Nebendarstellerin im Film Yeah! Yeah! Yeah! (A Hard Day’s Night) mitgewirkt hatte. Paul McCartney und Manager Brian Epstein agieren als Trauzeugen. Am 1. Mai 1966 stehen die Beatles im Rahmen des „NME Poll Winners’“-Konzerts zum letzten Mal auf einer britischen Konzertbühne. Einige Aufregung verursacht im Juni 1966 die Veröffentlichung des US-Albums Yesterday And Today. Das Coverfoto zeigt die Beatles inmitten von rohem Fleisch und zerbrochenen Puppen („Butcher Cover“). Nach scharfen Protesten aus der Öffentlichkeit wird die LP zurückgezogen und erscheint mit einem neuen Cover. Am 10. Juni 1966 kommt die Single Paperback Writer in die Läden.

Vom 24. Juni bis zum 4. Juli 1966 absolvieren die Beatles eine weitere Welt-Tournee, die auch sechs Konzerte an drei Tagen in Deutschland umfasst (München, Essen und – zum letzten Mal am 26. Juni – Hamburg). Für Unfrieden sorgen Proteste von Traditionalisten in Japan, die einen Auftritt der Gruppe in der vorwiegend der Kampfkunst vorbehaltenen Budokan Hall von Tokio ablehnen. In Manila spielt die Gruppe zwei Shows vor insgesamt 80.000 Zuschauern. Die Tour endet mit einem Eklat, als Brian Epstein im Namen der Band eine Einladung der philippinischen Diktatoren-Gattin Imelda Marcos zum Abendessen ablehnt. Während der darauffolgenden hastigen Abreise werden die Beatles und ihre Mitarbeiter auf dem Flughafen der Hauptstadt von „Sicherheitskräften“ attackiert. Ringo Starr geht nach einem Kinnhaken zu Boden, ein Chauffeur erleidet einen Rippenbruch.

Die Veröffentlichung der LP Pet Sounds durch die Beach Boys spornt Lennon und McCartney zu neuen Höchstleistungen an: Am 5. August 1966 erscheint das Album Revolver, mit dem die Beatles in Bezug auf Klang und instrumentaler Bandbreite musikalisches Neuland betreten. Das Cover des Albums wurde von Klaus Voormann gestaltet. Die langwierig ausgefeilten, teilweise auch unter Drogeneinfluss entstandenen Stücke, darunter Eleanor Rigby, Good Day Sunshine, I’m Only Sleeping, For No One und das psychedelisch angehauchte Tomorrow Never Knows, wurden aufwändig mit klassischen Elementen und Tonbandschleifen aus dem Studio angereichert. Gleichzeitig wird die populäre Single Yellow Submarine veröffentlicht, ein Kinderlied, das Paul McCartney für den stimmlich etwas eingeschränkten Ringo Starr komponiert hatte. Die Platte erreicht in den USA nur Rang 2 der Hitlisten.

Am 12. August 1966 starten die Beatles in Chicago ihre vierte US-Tournee. Die Vorkommnisse in Asien und die Tatsache, dass durch den enormen Lärmpegel während der Shows kaum noch Musik zu hören ist, sorgen bei den Gruppenmitgliedern zunehmend für Verdrossenheit. Neue Aufregung entsteht durch die Veröffentlichung einer Bemerkung John Lennons aus einem früheren Interview, wonach die Beatles „schon jetzt populärer als Jesus“ seien. Nach nervenaufreibenden Pressekonferenzen, öffentlichen Plattenverbrennungen und Demonstrationen des Ku-Klux-Klans entschließt sich die Gruppe, nicht mehr auf Tournee zu gehen und ihre Arbeit ausschließlich ins Studio zu verlegen. Die Tournee endet am 29. August 1966 mit einem Konzert vor 25.000 Zuhörenden (Eintrittspreis damals 5 US$) im Candlestick Park von San Francisco.

Im Herbst 1966 gönnen sich die Beatles einen fast dreimonatigen Urlaub, der einen radikalen Imagewandel nach sich zieht. John Lennon wird in Celle, wo er für den Richard-Lester-Film Wie ich den Krieg gewann vor der Kamera steht, der Pilzkopf gestutzt. Die schwarzen Anzüge der Live-Shows gehören der Vergangenheit an und werden durch farbenfrohe Kleidung eingetauscht. Zudem lassen sich die vier Bandmitglieder einen Schnurrbart stehen.

Allen Trennungsgerüchten zum Trotz beginnt die Gruppe am 24. November 1966 mit den Aufnahmen für ein neues Album. Am 13. Februar 1967 erscheint die Doppel-A-Seiten-Single Strawberry Fields Forever / Penny Lane, auf der sich die Beatles musikalisch-nostalgisch ihrer Heimatstadt Liverpool widmen. Erstmals seit 1963 erreicht die Platte nicht die Spitze der britischen Hitparade, sondern bleibt auf Rang 2 stehen, was darauf zurückzuführen ist, dass die Verkaufszahlen der Single durch zwei geteilt werden um somit als zwei einzelne Singles in den UK-Charts geführt werden zu können. Fünf Monate lang arbeiten Lennon, McCartney, Harrison und Starr in den Abbey Road-Studios an ihrer LP Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, die bei Kritikern als Meisterwerk gilt und als eines der ersten Konzeptalben in die Musikgeschichte eingeht. Die unbegrenzt verfügbare Aufnahmezeit ermöglicht es den Beatles, alle verfügbaren Studio-Ressourcen einzusetzen und wochenlang an einzelnen Musik- oder Text-Passagen zu feilen. Es entstehen Stücke wie With A Little Help From My Friends, Lucy In The Sky With Diamonds und When I’m Sixty-Four. An den Aufnahmen zu A Day In The Life wirkt ein 41-köpfiges Orchester mit. Für das Cover-Foto lassen sich die Beatles in Kostümen vor einer Bilder-Wand berühmter Persönlichkeiten (u. a. Stan Laurel, Mae West, Bob Dylan, Shirley Temple und Marlon Brando) ablichten. Begleitet von großem Medieninteresse wird Sgt. Pepper am 1. Juni 1967 veröffentlicht.

Peace & Revolution (1967–1968)
Nachdem Bob Dylan die Beatles 1964 mit der Droge Marihuana bekannt gemacht hatte, griffen die Gruppenmitglieder im Laufe der Zeit auch zu härteren Drogen. John Lennon und George Harrison waren bereits 1965 mit LSD in Kontakt gekommen. Paul McCartney gibt im Juni 1967 während eines Fernsehinterviews öffentlichkeitswirksam bekannt, viermal LSD konsumiert zu haben.

Am 24. Juni 1967 treten die Beatles mit der von Lennon komponierten Friedenshymne All You Need Is Love in der per Satellit weltweit übertragenen BBC-Fernsehsendung „Our World Live“ auf, die von 400 Millionen Zuschauern gesehen wird. Zu den Gästen in den Abbey-Road-Studios, wo die Aufnahmen stattfinden, gehören Mick Jagger, Keith Richards, Eric Clapton, Keith Moon und Marianne Faithfull. Die Single All You Need Is Love wird am 7. Juli 1967 veröffentlicht. Sie bringt die Gruppe beiderseits des Atlantiks an die Spitze der Hitparaden zurück.

Ende Juli 1967 verbringen die Mitglieder der Beatles mit ihren Frauen einen gemeinsamen Urlaub in Griechenland. Die Idee zum Kauf einer privaten Insel und die damit verbundene Einrichtung eines Aufnahmestudios wird verworfen, nachdem die griechische Regierung den Besuch als Touristenwerbung missbraucht. Am 19. August 1967 wird Ringo Starrs zweiter Sohn Jason in London geboren.

Auf Pattie Harrisons Anregung hin besuchen die Beatles am 24. August 1967 einen Vortrag des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi, der in London für die Techniken der Transzendentalen Meditation wirbt. Die Gruppe wird zu einem Einführungs-Wochenende nach Bangor eingeladen. Mit dabei sind auch Mick Jagger und Marianne Faithfull. Während des Kurses erhalten die Beatles die Nachricht, dass ihr Manager und Entdecker Brian Epstein am 27. August 1967 tot in seiner Wohnung aufgefunden worden ist.

Geschockt vom Tod ihres Freundes beginnen die Beatles am 11. September 1967 mit den Dreharbeiten für ihren dritten Film, Magical Mystery Tour. Die psychedelische Komödie nach einer Idee von Paul McCartney entsteht völlig ohne Drehbuch. McCartney übernimmt weitgehend die Rolle des Regisseurs, was bei Lennon und Harrison für Verstimmungen sorgt. Das Soundtrack-Album Magical Mystery Tour (u. a. mit The Fool On The Hill und I Am The Walrus) wird am 27. November in den USA veröffentlicht. Die Single Hello Goodbye erschien bereits am 24. November. Am 26. Dezember 1967 feiert Magical Mystery Tour im BBC-Fernsehen Weltpremiere, um kurz darauf – als erster „Beatles-Flop“ – von Presse und Kritikern gnadenlos zerrissen zu werden.

Mitte Februar 1968 reisen die Beatles mit ihren Frauen nach Rishikesh (Indien), wo ein mehrwöchiger Meditations-Kurs des Maharishi stattfindet. Weitere Teilnehmer sind Mia Farrow, Mike Love und Donovan. Ringo Starr kehrt bereits Anfang März nach England zurück, Paul McCartney folgt drei Wochen später. John Lennon und George Harrison verlassen Indien erst Mitte April, nachdem Gerüchte aufgekommen waren, der Maharishi habe weibliche Kursteilnehmer sexuell belästigt. Während des Indien-Aufenthalts erscheint am 15. März 1968 die an den Stil von Fats Domino angelehnte Single Lady Madonna.

Am 11. Mai 1968 fliegen John Lennon und Paul McCartney nach New York, wo sie bei Pressekonferenzen und Fernsehauftritten das neue Beatles-Unternehmen „Apple“ vorstellen. Der Konzern mit Abteilungen für Musik, Film und Kunst soll sich vorrangig der Entdeckung und Förderung von Talenten aller Art widmen. In der Folgezeit entwickelt sich Apple jedoch durch den mangelnden Geschäftssinn der Beatles und ihrer Mitarbeiter zum Millionengrab. Bereits im November 1967 war in London eine Apple-Boutique eröffnet worden, die jedoch mangels Einnahmen nach wenigen Monaten geschlossen werden musste. Zu den wenigen Lichtblicken gehören die Entdeckung der Sängerin Mary Hopkin und der Gruppe Badfinger durch Paul McCartney.

Die fortschreitende Liebesbeziehung John Lennons zu Yoko Ono – er hatte die japanische Avantgarde-Künstlerin bereits am 9. November 1966 bei einer ihrer Londoner Ausstellungen kennengelernt – führt im Mai 1968 zur Trennung von Ehefrau Cynthia. Die äußerst enge Verbindung des jungen Paares wirkt sich schließlich auch negativ auf die Zusammenarbeit Lennons mit den anderen Beatles aus, da Ono darauf besteht, bei sämtlichen Studio-Aufnahmen der Gruppe anwesend zu sein.

Am 30. Mai 1968 beginnen die Beatles mit den Aufnahmen zu einem neuen Album. In Anbetracht der Fülle der in Indien komponierten Stücke entschließt man sich zur Produktion einer Doppel-LP. Die Arbeiten, die wegen des Termindrucks teilweise getrennt stattfinden, werden von einer zunehmend schlechten Stimmung zwischen den Gruppenmitgliedern geprägt. Neben der offenen Abneigung, die McCartney, Harrison und Starr gegenüber Yoko Ono hegen, ist man sich auch über die Single-Auskopplung des Lennon-Songs Revolution uneinig. Nach einem heftigen Streit verlässt Ringo Starr die Gruppe, kann aber zur Rückkehr überredet werden. Trotz aller Schwierigkeiten bewerkstelligen die Beatles die Aufnahme von Liedern wie Back In The USSR, Ob-La-Di, Ob-La-Da, Dear Prudence, Helter Skelter und Happiness Is A Warm Gun. Bei George Harrisons Komposition While My Guitar Gently Weeps wird die Gruppe von Eric Clapton unterstützt, der das prägnante E-Gitarren-Solo spielt.

Yellow Submarine, ein Zeichentrickfilm, der auf dem gleichnamigen Lied basiert, feiert am 17. Juli 1968 in London Weltpremiere. Das dazugehörige Soundtrack-Album erscheint erst am 13. Januar 1969 und ist die einzige Beatles-LP überhaupt, die nicht die Spitze der Charts erreicht - da die ganze Seite 2 Instrumentalmusik im „Klassikstil“ von George Martin enthält.

Mit der Veröffentlichung von Hey Jude am 26. August 1968 (jetzt auf dem Apple-Label) gelingt der Gruppe ein weiterer Welterfolg. Das von Paul McCartney komponierte Stück über die Situation von John Lennons Sohn Julian nach der Trennung seiner Eltern wird zur erfolgreichsten Beatles-Single überhaupt. Am 4. September spielt die Gruppe das Lied in der britischen Fernsehsendung „Frost on Sunday“ – der letzte gemeinsame Fernsehauftritt der Beatles. Das Album The Beatles, wegen seines vollständig weißen Covers auch als „White Album“ bekannt, erscheint am 22. November 1968.

Am 1. November 1968 veröffentlicht George Harrison sein erstes Solo-Album Wonderwall Music, der den Soundtrack zum Film Wonderwall darstellt. Am 12. November folgen John Lennon und Yoko Ono mit ihrer Avantgarde-LP Two Virgins, die vor allem wegen des Cover-Bildes, das Lennon und Ono umarmt und nackt zeigt, für Aufregung sorgt.

Die Trennung (1969–1970)
Am 2. Januar 1969 beginnen die Beatles in den Filmstudios von London-Twickenham mit den Dreharbeiten für die Musik-Dokumentation Get Back (später: Let It Be). Nach der Idee von Paul McCartney soll die Gruppe bei der Produktion eines neuen Albums und der Ausarbeitung einer Live-Show von Kameras beobachtet werden. Die Stücke sollen ohne Orchester-Begleitung und Doppelspur-Aufnahmen eingespielt werden. Regisseur ist Michael Lindsay-Hogg. Schon nach wenigen Tagen bilden sich erneut Spannungen zwischen den Bandmitgliedern. Während sich John Lennon zunehmend unbeteiligt zeigt und bei Entscheidungen Yoko Ono für sich sprechen lässt, übernimmt Paul McCartney wiederholt die Rolle des Produktionsleiters. George Harrison und Ringo Starr debattieren über das Ausmaß der geplanten Live-Show. Am 10. Januar 1969 verlässt Harrison das Aufnahmestudio, nachdem er von McCartney vor laufenden Kameras für sein Gitarrenspiel kritisiert worden war. Nach einem klärenden Gespräch setzen Lennon, McCartney, Harrison und Starr die Dreharbeiten zwölf Tage später in den neu eingerichteten Londoner Apple-Studios fort. Mit dabei ist der Keyboarder Billy Preston, der zur Beruhigung der Situation beiträgt.

Der geplante Live-Auftritt findet schließlich am 30. Januar 1969 statt: Auf dem Dach der Apple-Studios in der Londoner Savile Row spielen die Beatles (mit Billy Preston) unter freiem Himmel ihr letztes öffentliches Konzert. Nachdem infolge der gaffenden Passanten ein Verkehrschaos droht und sich einige Anwohner wegen Ruhestörung belästigt fühlen, wird die Show nach 42 Minuten von der Polizei abgebrochen. Das Konzert endet mit John Lennons Worten:

„I’d like to say thank you on behalf of the group and ourselves and I hope we passed the audition.“
„Ich möchte mich im Namen der Gruppe und uns selbst bedanken – und ich hoffe, wir haben das Vorsingen bestanden.“
Nach dem Ende der Dreharbeiten wird das Get Back-Projekt im Februar vorläufig auf Eis gelegt. Am 12. März 1969 heiratet Paul McCartney die Fotografin Linda Eastman in London. Gleichzeitig werden George und Pattie Harrison von dem berüchtigten Rauschgiftfahnder Norman Pilcher, der im Herbst 1968 bereits John Lennon und Yoko Ono verhaftet hatte, wegen Drogenbesitzes festgenommen und später zu Geldstrafen verurteilt.

John Lennon und Yoko Ono heiraten am 20. März im britischen Konsulat von Gibraltar. Anstatt einer Hochzeitsreise entschließt sich das Paar, eine Woche lang in einem Hotelbett in Amsterdam für den Frieden zu demonstrieren („Bed-in“). Später folgen weitere Friedens-Proteste, darunter ein weiteres Bed-in in Montreal, mehrere Auftritte in Säcken („Bagism“) und die Rückgabe von Lennons MBE-Orden.

Im Frühling 1969 nehmen die geschäftlichen Probleme der Beatles überhand, als Dick James und dessen Partner Charles Silver ohne Wissen der Gruppenmitglieder ihre Anteile an „Northern Songs Ltd.“, die die Lennon / McCartney-Kompositionsrechte beinhalten, an die „Associated Television Corporation“ (ATV) verkaufen. Im Laufe der Bemühungen zu einem Rückkauf stellt sich heraus, dass Paul McCartney seine Anteile ohne das Wissen von John Lennon erhöht hatte. Für zusätzliche Verwicklungen sorgen Lennon, Harrison und Starr am 8. Mai, als sie den Geschäftsmann Allen Klein gegen den Willen von McCartney als neuen Beatles-Manager einsetzen.

Am 11. April 1969 veröffentlichen die Beatles ihre Single Get Back. Bereits am 29. Mai folgt das ausschließlich von John Lennon und Paul McCartney eingespielte Stück The Ballad Of John And Yoko.

Trotz der persönlichen und geschäftlichen Differenzen beginnen die Beatles am 16. April 1969 noch einmal mit den Aufnahmen für ein neues Album. Durch die von den Gruppenmitgliedern angestrebte Konzentration auf ihre Musik und die von Produzent George Martin unterstützte Rückbesinnung auf die Machart früherer Arbeiten verläuft die Produktion weitgehend harmonisch. Unter einer spürbaren sentimentalen Abschiedsstimmung entstehen Klassiker wie Come Together, Golden Slumbers, Oh! Darling, Octopus’s Garden (eine Komposition von Ringo Starr) und Here Comes The Sun (Harrison). Am 20. August 1969 sind die Beatles zum letzten Mal zu viert im Studio, und zwei Tage später findet im Tittenhurst Park die letzte gemeinsame Fotosession statt.

Paul und Linda McCartneys erste Tochter Mary wird am 29. August 1969 in London geboren.

Am 20. September 1969 unterzeichnen John Lennon, Paul McCartney und Ringo Starr in London einen neuen Tantiemen-Vertrag mit der EMI und Capitol Records. Als McCartney während des Treffens eine Reihe weiterer Beatles-Konzerte vorschlägt, erklärt John Lennon seinen Ausstieg aus der Gruppe. Sechs Tage später wird das Album Abbey Road, auf dessen berühmten Cover die Beatles den Zebrastreifen der Londoner Abbey Road überqueren, veröffentlicht. Die LP endet nach einem mehrteiligen Medley mit dem Stück The End, das mit den Worten schließt:

„And in the end the love you take is equal to the love you make.“
Die Dreharbeiten für den Promofilm zur Single Something, die am 6. Oktober erscheint, und die Aufnahme einer Weihnachtsplatte für die Fan-Clubs im November gehen bereits getrennt vonstatten.

Nach einer Fernseh- und Presse-Umfrage wird John Lennon am 2. Dezember 1969 neben John F. Kennedy und Mao Zedong zum „Mann des Jahrzehnts“ gewählt.

Während sich John Lennon mit seiner Frau Yoko Ono in Dänemark aufhält, arbeiten Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr am 3. Januar 1970 in den Abbey Road-Studios an der Harrison-Komposition I Me Mine. Einen Tag später vollendet McCartney sein Stück Let It Be, das am 6. März 1970 als Single veröffentlicht wird. Am 27. März 1970 erscheint Ringo Starrs erstes Soloalbum Sentimental Journey.

Ohne das Wissen von Paul McCartney hatte John Lennon den renommierten Produzenten Phil Spector mit der Abmischung der Filmbänder vom Januar 1969 beauftragt. Dieser verändert den ursprünglichen Get back-Gedanken einer einfachen Aufnahmetechnik und versetzt die Stücke mit klassischer Begleitung und Gesangsdoppelungen. Im Rahmen dieser Arbeiten findet am 1. April 1970 die letzte Beatles-Aufnahmesession statt, als Ringo Starr in den Abbey Road-Studios für drei der Songs Schlagzeug-Overdubs einspielt. Das Soundtrack-Album wird schließlich als Let It Be am 8. Mai 1970 veröffentlicht. Der gleichnamige Let It Be-Film feiert am 20. Mai in London Weltpremiere und wird ein Jahr später mit einem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet.

Am 10. April 1970 schickt Paul McCartney der britischen Presse ein in den Vorab-Exemplaren seiner ersten Solo-LP McCartney enthaltenes Interview, in dem er die Trennung der Beatles bekanntgibt:

Q:„Are you planning a new album or single with the Beatles?“ („Sind neue Veröffentlichungen geplant?“)
PM:„No.“ („Nein.“)
Q:„Have you any plans for live appearances?“ („Sind Live-Auftritte in Planung?“)
PM:„No.“ („Nein.“)
Q:„Is your break from the Beatles temporary or permament, due to personal differences or musical ones?“ („Trennen Sie sich vorübergehend oder permanent, und liegen der Trennung persönliche oder musikalische Differenzen zugrunde?“)
PM:„Personal differences, business differences, musical differences, but most of all because I have a better time with my family

the danders 

are today

Hans-Willi Weckes - Leadguitar

Sigi Kalus - Bassguitar

Manfred Wolters - Rhytmusguitar

Hans Spicks - 2. Leadguitar

Peter Diessner - Drums